Praktische Anwendung, Vorschriften und Regeln des Temporären Seitenschutz der Klasse A und B

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Testaufbau temp. Seitenschutz Klasse A: Beispiel einer Prüfung

DIN EN 13374

DIN EN 13374 gilt für alle Komponenten des Seitenschutz, welche in absturzgefährdeten Bereichen wie Absturzkanten auf Dächern, Gebäuden, Brücken oder Treppen sowie großen Maschinen eingesetzt werden. Die Europäische Norm (DIN 13374) legt die Anforderungen und Prüfverfahren für temporäre Seitenschutzsysteme fest, die während der Errichtung oder der Instandhaltung von Gebäuden oder sonstigen Baukonstruktionen angewendet werden. Die Prüfung der einzelnen Klassen (A, B, C) des temporären Seitenschutz sind praxisorientiert und garantieren ein sicheres Produkt nach bestandener Prüfung.

Priorität des Seitenschutz

Als Absturzsicherung hat der Kollektivschutz grundsätzlich Priorität gegenüber alternativen Schutzmaßnahmen. Der Seitenschutz sichert alle Personen in absturzgefährdeten Bereichen, ohne dass eine zusätzliche Schutzausrüstung benötigt wird.

Aufbau des temp. Seitenschutz Klasse A (Maße)

Geländerklassen

Es gibt drei Geländerklassen (A, B, C), welche den Neigungswinkel deklinieren und spezifischen Prüfkriterien unterliegen und somit die Eigenschaften der Komponenten des Kollektivschutzes definieren. Weitere Informationen zur Klasse C finden Sie auf Dachschutzwand.de

Temporärer Seitenschutz Klasse A, Geländerrahmen-Aufbau

Klasse A

Bei Dachflächen mit einer Neigung von bis zu 10° wird ein Geländer der Klasse A empfohlen. Bestehend aus einem Geländerholm, einem Zwischenholm und Bordbrett.

Temporärer Seitenschutz Klasse B, Geländerrahmen-Aufbau

Klasse B

Bei Neigungen von bis zu 30° werden Schutzgeländer der Klasse B eingesetzt: Bestehend aus einem Geländerholm, drei Zwischenholmen und einem Bordbrett.

Flächenormale des Temporären Seitenschutz der Klasse A und B

Flächennormale

Der Temporäre Seitenschutz der Klasse A und B, darf nicht mehr als 15° nach außen oder innen von der Flächennormale abweichen.

Montiert sollte der Winkel vom Seitenschutzgeländer zur Dachneigung 90° betragen.

Absturzkante temp. Seitenschutz Klasse A und B

Absturzkanten

An ungesicherten Absturzkanten wird ein maximaler Arbeitsbereich definiert bzw. ein Abstand verlangt. Dieser beträgt mindestens 1,00m zur Absturtzkante.

Merkblatt des Seitenschutz

Fehlende, unvollständig aufgebaute oder falsch dimensionierte Absturzsicherungen sowie das nicht Einhalten der Sicherungsmaßnahmen bei der Montage können, Absturzunfälle zur Folge haben.

Maximaler Arbeitsbereich des temp. Seitenschutz Klasse A und B
Temp. Seitenschutz Klasse A (Verkehrswege) über Wasser

Verkehrswege

Arbeitsplätze und Verkehrswege an oder über Wasser / flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann, unabhängig von der Absturzhöhe.

Temp. Seitenschutz (Klasse A) als Treppenlauf

Treppenläufe

Treppenläufe und Treppenabsätze, Wandöffnungen und dauerhaft eingerichtete Verkehrswege bei mehr als 1,00 Meter Absturzhöhe.

Kollektivschutz wird benötigt an Arbeitsplätzen mit mehr als 2 Metern Absturzhöhe

Absturzhöhe

Ein Seitenschutz der Klasse A oder B bzw. Kollektivschutz wird benötigt an Arbeitsplätzen mit mehr als 2 Metern Absturzhöhe.

Decken und Dachflächen welche eine Kantenlängen von mehr als 3 Metern

Absturzkanten

Absturzkanten bzw. Vertiefungen in Böden, Decken und Dachflächen welche eine Kantenlängen von mehr als 3 Metern haben und nicht abgedeckt werden können.

Öffnungen

Öffnungen

Auf einen Seitenschutz an Öffnungen kann verzichtet werden, wenn diese mit einer begehbaren und unverschiebbar angebrachten Abdeckungen versehen ist.

Geländer- und Zwischenholm sind gegen das unbeabsichtigtes Lösen zu sichern und das Bordbrett gegen Kippen

Sicherheit

Geländer- und Zwischenholm sind gegen das unbeabsichtigtes Lösen zu sichern und das Bordbrett gegen Kippen.

Material

Material

Ab einem Pfostenabstand von 3m müssen Aluminiumrohre einen Ø von 48,3 x 4mm und Bordbretter eine Höhe von min. 15cm x 3cm aufweisen.

Prüfungsanforderungen des Temporären Seitenschutz

Hersteller & unabhängige Institute

Vertrauen ist gut, Kontrolle durch unabhängige Institute ist besser.

DGUV, TÜV oder DEKRA sind die bekanntesten unabhängigen Institutionen, welche die Sicherheit von Produkten prüfen und deren Einsatz für die Praxis freigeben. Wesentliche Bestandteile der Prüfung sind: Grenzzustände der Beanspruchbarkeit an die Komponenten (Bauteile) zu ermitteln und in Testversuchen deren Sicherheit in der Praxis nachzuweisen.


Technnisches Komitee & Prüfverfahren

Prüfverfahren für Temporäre Seitenschutzsysteme nach EN 13374:2013, wurde vom technischen Komitee CEN/TC 53 "Temporäre Konstruktionen für Bauwerke" erarbeitet. Die Europäische Norm legt die Anforderungen und Prüfverfahren für temporäre Seitenschutzsysteme fest, die während der Errichtung oder Instanthaltung von Gebäuden oder Baukonstruktionen angewendet werden.

Folgendes gilt für die Bauteile (Komponenten): Diese müssen so hergestellt werden, das eine Verletzung von Personen durch Punktierung oder Aufreißen der Haut verhindert wird, und so konstruiert sein, dass während der Verwendungsdauer ein versehentliches Verschieben oder Lösen der Teile vermieden wird.


Gemäß der Berufsgenossenschaftlichen BaustellV.: Ein Seitenschutzsystem muss aus einem Geländerholm und einem Zwischenholm bzw. in der Klasse B aus drei Zwischenholmen bestehen, sowie der Möglichkeit ein Bordbrett anzubringen.
Temp. Seitenschutz Klasse A (Verkehrswege) über Wasser

Trägersystem

Das Trägersystem hy3 der Fa. hyprotec GmbH verbindet die Komponenten des Temp. Seitenschutz mit dem Bauträger.

Temp. Seitenschutz Klasse A (Verkehrswege) über Wasser

Komponenten

Die Komponenten des temp. Seitenschutz benötigen ein Trägersystem zur Befestigung am Bauwerk / Objekt.

So wird geprüft

Die Prüfung der einzelnen Klassen (A, B, C) des temporären Seitenschutz sind praxisorientiert und garantieren ein sicheres Produkt nach bestandener Prüfung. Setzen Sie am besten auf geprüfte Qualität von unabhängigen Instituten wie zum Beispiel der DGUV, nur so sind Sie auf der sicheren Seite.



Seitenschutz der Klasse A

Für die Schutzklasse A wird der Widerstand geprüft gegenüber von statischen Lasten. Dabei liegen folgende Anforderungen zu Grunde: Stützung einer Person, die sich an den Seitenschutz anlehnt oder beim Laufen entlang des Seitenschutz mit den Händen festhält, sowie das Zurückhalten einer Person, welche gegen den Seitenschutz fällt oder läuft.


Seitenschutz der Klasse B

In der Schutzklasse B wird der Wiederstand geprüft gegenüber statischen Lasten und geringen dynamischen Einwirkungen: Stützen einer Person, welche sich an den Seitenschutz lehnt oder beim Laufen entlang des Seitenschutzes mit den Händen festhält. Das kollektive Zurückhalten einer Person, die gegen den Seitenschutz fällt oder läuft, sowie das Zurückhalten einer Person, welche auf einer geneigten Fläche abrutscht/fällt.


Eine Zulassung für jedes Baumaterial (Holz, Beton, Stahl, Sandwich) des Trägersystem ist nicht selbstverständlich und muss für jede Klasse rechnerisch und praktisch bewiesen werden.

Quellenangaben

BGI / GUV-I663 / LV37: Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten, veröffentlicht als PDF.

BG Bau Absturzsicherungen auf Baustellen (B100): Information und Regelwerk zur Absturzsicherung auf Baustellen (Seitenschutz/Absperrungen) der BG Bau. Webseite der BG Bau über Seitenschutz (B 100).

BGI 807: Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherung und Dachschutzwänden als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten (bisher ZH 1/584) vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Berufsgenossenschaftliche Informationen enthalten Hinweise und Empfehlungen zur praktischen Anwendung von Vorschriften.

Diese Informations-Webseite wendet sich unter anderem an Sicherheitskoordinatoren, Aufsichtspersonen, Bauträger und Fachpersonal für die Baustellensicherung. Sie dient als Hilfe / Übersicht zur erfolgreichen und gültigen Umsetzung des Kollektivschutz / Seitenschutz der Klasse A und B gemäß der Vorschriften innerhalb der Europäische Union. Als Kollektivschutz bezeichnet man Varianten der Absturzsicherung, welche nicht wie die Persönliche Schutzausrüstung (PSAgA) nur individuell gegen Absturz sichert.
Temp. Seitenschutz der Klasse A (System hy3) an Attika. Wartung der Klimatechnik.